Detektei Rohwedder

Sonnengesicht 

Ein Hauptstadt-Krimi

Unheimliches geht in Berlin Lichterfelde vor. Zwei unbekannte Männerleichen werden am Kanal gefunden. Robert beginnt mit seinen Ermittlungen, eine mysteriöse Religionsgemeinschaft gerät dabei in sein Visier. Als Eva die Bühne betritt, sein bester Freund Zucca ermordet wird, gerät Robert ins Wanken. Völlige Verwirrung bringt dann der ihm wohlbekannte Araber ins Spiel.

Eine Leseprobe aus meinem Werk "Sonnengesicht"

[...]Trotz Gebell schlafe ich wieder ein,

die Vision überfällt mich mit brutaler Härte.

 

Der Mann steigt aus dem Teltowkanal, sein Kopf ist kahl rasiert und blutüberströmt, oben am Hinterkopf klafft eine große Wunde. Aus seiner Kleidung fließt Unrat, er hat seinen Mund zu einem lautlosen Schrei aufgerissen. Dann sehe ich ihn, den Mörder, er steht in wallende Nebel gehüllt am Ufer, in seiner Hand ein blaues Springseil, das Seil verwandelt sich in eine Schlange und kriecht um den Hals des Opfers. In mir erwacht die uralte Angst vor Schlangen, ich weiche zurück, möchte rennen.

Unruhig wälze ich mich auf meinen Sofa, falle in noch tieferen Schlaf.

Der Mann versinkt langsam im Wasser, das Springseil schwimmt zum Ufer und verschwindet aus meinem Gesichtsfeld. Ich spüre des Mannes Emotionen, spüre seine Angst, sein letztes Aufbäumen und auch sein Wissen darum, jetzt hier und heute sterben zu müssen. Spüre seine Wut, die Verzweiflung und dann sein Sterben, spüre wie alles Leben durch eine schwarze Wand gesogen wird und dann die Stille, die Ruhe.

Ich sehe noch etwas, etwas dass ich nicht einordnen kann, Nadeln, glänzende, grosse Nadeln, ich fürchte mich, friere. Dann sehe ich ihn, den Mörder, immer noch unkenntlich durch helle Nebelschleier steht er dunkel und drohend am Ufer, das Springseil kriecht auf ihn zu, umschlingt seine zierlichen Hände. [...]