Detektei Rohwedder

Dumme Schweine und andere Gefolgsleute

Ein Satire-Krimi


Robert in den Wirren des Krieges in Berlin geboren, lebt mit Kindern und Jugendlichen im Alter von vier bis sechzehn Jahren in Berlin Lichterfelde in einem ausgebombten Güterwaggon.

Seine steile Karriere als Kindereinbrecher endet abrupt als das Jugendamt ihn zu fassen bekommt. Nach einer gescheiterten Friseurlehre arbeitet er sich durch die Schule bis hin zum Abitur.

Er bewarb sich erfolgreich als Polizeianwärter, schaffte es locker bis zum Oberkommissar. Sein Leben lief rund bis ihn die Vergangenheit in Gestalt eines alten Freundes aus Kindertagen einholte. Harry der Totmacher, ebenfalls ein Bahndammkind, setzt seiner Karriere ein Ende.

Robert verliert alles, was einen Menschen ausmacht.

Als er ganz unten angekommen ist, vollgepumpt mit Drogen und Alkohol, begegnet ihm Zucca der Retter aus all seinen Nöten.

Beide gründen die kleine Detektei Rohwedder und kümmern sich um Fälle, die von der Polizei nicht gelöst werden konnten.

 

Durch Roberts Erfahrung als Polizist haben Beide einen guten Start in ihrem Beruf als Privatdetektive.

Eine Leseprobe aus meinem Werk "Detektei Rohwedder"

[...]Bingelmeier flanierte über die Strasse, steckte sich eine Zigarette an, war urplötzlich wie ein Blitz in der Toreinfahrt verschwunden. Donnerwetter das war aber schnell gegangen, besser hätte ich es auch nicht machen können. Gemütlich überquerte ich die Strasse, schaute mir den Aushang eines Miederwarenverkäufers direkt neben der Türe an, verschwand dann in der Toreinfahrt. Hinter mir legte ich den Riegel um, Bingelmeier stand am Fuß der Treppe, er wartete auf mich.

„Du weißt schon dass der Mann ungeheuer fett ist, wir beide sind nicht unbedingt die Fitttesten, ich befürchte wir haben ein Problem."

„Sicher aber Probleme sind zum Lösen da, vielleicht ist er ja wach, lass uns die Sache angehen."

Laut atmend rannte Bingelmeier die Stufen hoch.

„Du Robert ich habe bei der ganzen Sache ein ungutes Gefühl."

„Was denkst du wie es mir geht?"

 Ich konnte mich gut an all die krummen Sachen erinnern die ich schon in meinem Leben begangen habe, nie hat mich ein solches Gefühl beschlichen, nie hatte ich solche Angst. Gertrud war, egal für was sie stand, eine gute Hausfrau, alles pikobello aufgeräumt. Hunger überfiel mich wie ein Raubtier, ich riss den Kühlschrank auf, riss ein gekochtes Huhn heraus, riss mit den Zähnen Stücke von Fleisch ab, verschlang ohne lange zu fackeln Huhn samt Haut und weichen Knochen. Die ungenießbaren Teile warf ich in die Spüle, trank eine Flasche Cola in einem Zug aus, suchte und fand Choco Pops und Schokolade. Die Choco Pops verschwanden direkt aus dem Glas in meinen Mund, die Hälfte landete auf dem Boden, die Schokolade bunkerte ich in meinen Hosentaschen.

Bingelmeier stand in der Ecke des oberen Flurs, starrte ungläubig in die Küche, sein Schnurrbart war ins Wanken geraten, hing an der linken Mundseite wild herab. Seine Augen waren weit aufgerissen, er stammelte.

„Mein Gott Robert, wie kannst du nur. Glaubst du nicht dass der arme Kater mehr Recht auf sein Futter hat als du? Ich wusste ja nicht wie hungrig du bist, du würdest doch glatt für ein bisschen Essen über Leichen gehen."

Der „arme“ Kater stand gebeugt über den „Choco Pops“, knabberte in aller Seelenruhe Stück für Stück vom Fußboden auf. Eingedenk aller Berliner Mülltonnen verdrängte ich den Ekel Katzenfutter gefressen zu haben, immerhin lebte der Kater, auf den ersten Blick sah er auch recht gesund aus. Was mich aber wirklich erschreckte war der Gedanke, mich zu bücken, dem verfressenen Kater das restliche Trockenfutter wegzunehmen und mich damit schleunigst aus dem Staub zu machen. Aus den Augenwinkeln heraus sah ich Bingelmeier den Kühlschrank leer räumen.[...]